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225 Jahre

Heute sind es genau 225 Jahre, als von Haibach aus die Befreiung Aschaffenburgs von französischen Truppen begann. Haibach war damals ein kleines Bauerndorf neben der Heer- und Handelsstraße von Würzburg nach Frankfurt. Auf der Strecke der heutigen Aschaffenburger Straße führte ein Weg von der „Chaussee“ ins Dorf, zur Stadt hin erhebt sich ein Hügel, der strategisch gut über der Stadt gelegen ist. Dieser Hügel wird heute noch „Franzosenbuckel“ genannt...

...Die Ereignisse sind eingebettet in die Koalitionskriege zwischen Frankreich und seine europäischen Machtrivalen. Die Kriege bilden eine Serie von Konflikten, die ursprünglich durch die Französische Revolution hervorgerufen wurden. Wechselnde Koalitionen europäischer Mächte führten auf verschiedenen Schauplätzen mehrere Schlachten gegen das Französische Heer.

An dem Haibacher Franzosenbuckel kam es am 6. September 1796 zu einer „Affaire“: Österreichisch-kaiserliche Truppen hatten Aufstellung genommen, um die Franzosen aus der Stadt zu vertreiben. Josef Wirth schreibt in seinem Bericht „Kriegsbegebenheiten im Jahre 1796“ in „Heimat und Geschichte, Jahresgabe der Aschaffenburger Zeitung“:

„Gegen 2 Uhr vernahm man Kanonendonner und erfuhr, dass die Kaiserlichen die Franzosen bei Heubach [= Haibach] und Schweinheim angriffen. Nach Verlauf einer Stunde zogen sich die Franzosen immer mehr zurück. Die Kaiserlichen verfolgten sie durch die Stadt und räumten diese vom Feind. Eine Abteilung Franzosen, etwa 300 bis 400 Mann hatte sich mit einer Kanone jenseits der Mainbrücke postiert. Die kaiserliche Artillerie beschoss die Franzosen zunächst mit einer am gräflich Ostein'schen Hause (auch Bassenheimer Hof, heute Zufahrt zur Willigisbrücke) aufgestellten Kanone und dann mit drei Artilleriekanonen vom Schlossplatz aus. Schließlich wurden die französischen Truppen zum Weichen gebracht, von der kaiserlichen Kavallerie verfolgt, gefangengenommen oder vernichtet."

Was auch zum Zurückweichen der Franzosen geführt hatte, beschreibt Wilhelm Büttner 1961 in der Geschichte des Dorfes Waldaschaff und der Pfarrei Keilberg: „Inzwischen hatte sich in Haibach der Waldaschaffer Revierförster Peter Albert vom Befehlshaber der Österreicher eine Abteilung Tiroler Scharfschützen zu seinen Spessarter Leuten erbeten, die sich den Österreicher angeschlossen hatten. Mit ihnen drang er seitwärts durch die Fasanerie, das Schöntal über den Agathafriedhof, fasste die Franzosen in der Flanke und zwang sie zum Verlassen der Stadt.“

Freiwillig haben die Franzosen die Stadt nicht verlassen, schreibt der Glöckner der Muttergotteskirche in seiner Aschaffenburger Chronik im Jahr 1855: „Am 6. September nachmittags sind die Kaiserlichen hier angerückt vom Spessart her und haben die Franzosen aus der Stadt getrieben. Es ging erschrecklich her, weil die Franzosen nicht weichen wollten, besonders am schönen Busch, wo sehr viele geblieben.“

Diese Freiheit von den Franzosen dauerte allerdings nur vier Jahre. Im September 1800 wurden Aschaffenburg und sein Umland erneut besetzt.

Am Ende des ersten Koalitionskrieges hatte sich Frankreich gegen die verbündeten Monarchien weitgehend durchgesetzt und den Rhein zur deutsch-französischen Grenze gemacht. Kurfürsten und Erzbischof Friedrich Carl Joseph von Erthal resignierte und gab am 4. Juli 1802 alle Ämter an Karl Theodor von Dalberg. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 machte mit dem geistlich regierten Mainzer Staat ein Ende. Dalberg, der nach Erthals Tod noch als Erzbischof sein Amt antrat, musste die von Napoleon erlassenen Gesetze respektieren. Allerdings konnte als einziger der geistlichen Herrscher die Reste seines Fürstentums behalten. Für das nunmehr französische Mainz erhielt er zum Ausgleich die Städte Wetzlar und Regensburg. Er amtierte nur noch als „Kurerzkanzler“ des Fürstentums Aschaffenburg und des Fürstentums Regensburg sowie als Erzbischof von Regensburg.

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