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90 Jahre Wasserleitung

Der 22. Juni 1930 war für Grünmorsbach und Haibach ein großer Tag: Die neue Wasserleitung wurde eingeweiht. Nach über 4-jähriger Planungs- und Bauzeit hatten die Bürger nun eine moderne Wasserversorgung.

Schon gleich nach der Jahrhundertwende wurden die Überlegungen zum Bau einer örtlichen Wasserversorgung immer zwingender. Die acht Schöpfbrunnen, 38 Zieh-, 34 Leier- und 47 Pumpbrunnen reichten für die knapp 1700 Einwohner nicht mehr aus. Die Gemeindeverwaltung bemühte sich deshalb ab 1912 ständig, eine zentrale Wasserversorgung zu realisieren. Die Kosten standen jedoch dagegen. 1929 gründete man einen „Wasserausschuss“ und kam mit der Gemeinde Grünmorsbach überein, eine gemeinsame Wasserleitung zu bauen. Um die Kosten zu drücken, ließ man die Arbeiten vom Arbeitsamt Aschaffenburg als „Notstandsarbeit“ anerkennen. Nach dem Abschluss mehrerer Verträge erbrachte am 1. Oktober 1929 ein Pumpversuch in Bessenbach ein Ergebnis von 2,4 Sekundenliter. Auch ein zweiter Brunnen war erfolgreich. Am 31. Januar beschloss der Gemeinderat, sämtliche gemeindlichen Gebäude an das Wasserleitungsnetz anzuschließen. Im März wurde verfügt, dass alle Hausbesitzer ihre Ausgrabungen selbst zu erledigen hätten. Die Kosten für das Pumphaus, 9800 Meter Hauptleitung und 6780 Meter Anschlussleitung betrugen 253 000 Reichsmark. Die Arbeitsleistung wurden durch die Notstandsmaßnahmen niedrig gehalten, gleichzeitig fanden viele Arbeiter in dieser Zeit eine Arbeit. Trotzdem geriet die Gemeinde in Verzug bei der Rückzahlung der Kredite bis die Münchner Landeskultur- und Rentenanstalt auf die Notsituation der Gemeinde einging und den Tilgungsplan verlängerte.

In den nächsten Jahren wurde das Leitungssystem ständig verlängert, 1936 wurden für Grünmorsbach Wasseruhren eingeführt. Die benötigte Wassermenge stieg ständig, so dass beraten wurde, neue Quellen zu erschließen oder an das Aschaffenburger Versorgungsnetz anzubinden. Dieser Anschluss erfolgte 1955. Um die notwendige Wassermenge und den Druck zu sichern, baute die Gemeinde einen Wasserhochbehälter in der Waldabteilung Buch, der 1964 fertiggestellt wurde. Von diesem Behälter wurde auch ein Zusatzanschluss zur Versorgung von Winzenhohl verlegt. Da die Versorgung jedoch bei steigender Einwohnerzahl auf Dauer nicht sichergesellt werden konnte, wurde 1983 ein zweiter Hochbehälter gebaut, der 3000 Kubikmeter Wasser fasst. Dörrmorsbach kam 1978 zu Haibach und hatte sich bisher selbst mit Wasser versorgt. 1986 musste jedoch ein Anschluss an das Aschaffenburger Netz die Wasserlieferung sichern. Seit Dezember 2018 ist die Quelle „Kirchenelsengrund“ in Dörrmorsbach wegen bedenklicher Ablagerungen im Einzugsbereich nicht an das Netz angeschlossen. Haibach und Grünmorsbach werden mit Wasser aus den Quellen „Brunnen 71“ (60 263m³ ), „Spatgrube“ (41 111m³) in Bessenbach und von Aschaffenburg (350 117m³) aus versorgt. Die 2150 Hausanschlüsse sind im Rohrnetz von 41 Kilometer Zubringerleitungen und 12 km Hausanschlussleitungen eingebunden.

Text: Robert Fuchs

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