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Vereinsnachrichten/Bericht

Themenkaffee

Haibach. Eine Sammeltasse aus dem Jahr 1930 war das älteste Ausstellungsstück. Der Heimat- und Geschichtsverein hatte unter der Leitung von Christiane Hock viele kleine Kunstwerke zusammengetragen und beim „Themenkaffee“ ins rechte Licht gesetzt.

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Die Tasse vom Hersteller „Zeh und Scherzer“ aus Rehau im bayerischen Vogtland wurde zum 50-jährigen Bestehen der Porzellanfabrik hergestellt. Bis in die 1990-er Jahre reicht die Tradition der Firma. Die zahlreichen Besucher der Ausstellung konnten nicht nur die feinen Tassen und Untertassen bewundern: Bei jedem Stück wurde der Hersteller und, wenn möglich, das Herstellungsjahr angegeben. Auch zum Brauch, Sammeltassen zu verschenken wurde informiert. So konnten sich viele Gäste erinnern, zur Kommunion oder zur Hochzeit Sammeltassen geschenkt bekommen zu haben. Die Tradition der Sammeltasse geht zurück auf die Zeit des Biedermeier. Im frühen 19. Jahrhundert wurde Porzellan preiswerter, und es entwickelte sich in bürgerlichen Kreisen der Brauch, Tassen zu sammeln oder zu besonderen Anlässen zu verschenken. Auch über die bayerische „Porzellanstraße“ konnte man Informationen erhalten. Diese führt von der Wiege der nordbayerischen Porzellanproduktion im Fichtelgebirge durch das Stiftland und den Oberpfälzer Wald, die Fränkische Schweiz und den Steigerwald über das Obere Maintal, vom Coburger Land in den Frankenwald und das Bayerische Vogtland bis in den Kaiserwald im benachbarten Tschechien. Als „weißes Gold“ wurde das Porzellan lange gehandelt. Auf den Bodenmarken kann man sehen, wo die Gegenstände hergestellt wurden. Mit der Einführung des Porzellans in Europa um 1720 fand die eigentliche Bemarkung ihren Anfang. Mit Pinsel von Hand in Blau aufgetragen wurden die Marken bis ca. 1820. Etwa zehn Jahr später kamen auch Gummistempel zum Einsatz. Die Herstellung von Porzellan in Europa geht auf den deutschen Alchimisten und Apotheker-Gehilfen Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719) zurück. Nach misslungenen Versuchen Gold herzustellen, führten Experimentierarbeiten auf dem keramischen Gebiet zum Erfolg. Auf der Albrechtsburg in Meißen entstand 1706 das rote, sogenannte Böttgersteinzeug. Unter Verwendung weißer Erde (Kaolin) und durch die Verbesserung des Verfahrens gelang 1708 die Herstellung des ersten europäischen Hartporzellans, woraufhin 1710 die Porzellanmanufaktur Meißen zur Aufnahme der Serienfertigung eingerichtet wurde. Auch ganz modern war es in der Ausstellung: Industriell hergestellte, spülmaschinenfeste Sammeltassen eines Haibacher Modemarktes fanden auch einen Platz im Vereinsheim.

Text und Fotos von Robert Fuchs

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